Wie viel kostet der Schlüsseldienst in der Schweiz?

Schlüsseldienste: seriöse Dienstleister und schwarze Schafe

Sich auszusperren ist unangenehm – erst recht in der Nacht oder am Wochenende. Wenn dann noch eine hohe Rechnung für den Schlüsseldienst ins Haus flattert, entpuppt sich die Türöffnung schnell als ärgerliche Kostenfalle. Hier erfahren Sie, welche Kosten gerechtfertigt sind, und ab wann es sich um Wucher handelt.

Schlüsselnotdienste: die Basisleistungen

Generell lassen sich die Preise unterschiedlicher Schlüsseldienste nicht über einen Kamm scheren, doch es gibt Richtwerte. Für Türöffnungen in den Abend- und Nachtstunden sowie an den Wochenenden und an Feiertagen entstehen höhere Kosten als zu den regulären Geschäftszeiten. Ein Einsatz zu später Stunde belastet das Budget mit etwa 270 Franken, tagsüber werden Ausgesperrte um die 180 Franken los.

In den Arbeitskosten ist eine Wegpauschale wie auch die erste Arbeitsstunde des Monteurs enthalten. Zusätzliche Anfahrtskosten fallen nicht an – auch wenn Sie in einem abgelegenen Ort wohnen. Verzögert sich die Ankunft etwa durch Stau, schlechte Wetterbedingungen oder durch Baustellen, werden Ihnen keine Extrakosten berechnet.

Es fallen vielleicht Materialkosten an

Bei einer ins Schloss gefallenen und nicht abgeschlossenen Tür dauert das Öffnen nicht mehr als 15 Minuten. Steckt jedoch der Schlüssel von innen, erhöht sich der Arbeitsaufwand. Unter Umständen bohrt dann der Monteur den Zylinder auf. Ein seriöses Unternehmen ist darauf bedacht, bei der Türöffnung so wenig Schaden wie möglich anzurichten – was sich aber nicht immer vermeiden lässt. Besonders wenn es sich um eine solide und einbruchssichere Schliessanlage handelt, müssen gegebenenfalls mehrere Komponenten ersetzt werden. Daher können zum regulären Aufwandshonorar weitere Kosten für das Material hinzukommen. Ein neues Zylinderschloss kostet je nach Art und Länge zwischen 140 und 360 Franken. Faire Anbieter berechnen nur die tatsächlich anfallenden Materialkosten.

Der Notfallservice hat seinen Preis

Ein Notdiensteinsatz hat seinen berechtigten Preis, schliesslich müssen die Mitarbeiter rund um die Uhr sowie 365 Tage im Jahr abrufbereit sein. Ausserdem ist der Unterhalt eines Fuhrparks mit mehreren Einsatzfahrzeugen sehr kostspielig. Billigangeboten im Internet, die Türöffnungen für unter 100 Franken versprechen, ist nicht zu trauen. Bei so günstigen Preisen besteht die Gefahr, dass Dienstleister an anderer Stelle ihren Profit machen. Das geschieht häufig durch überteuerte Anfahrts-, Material- und Servicekosten.

Auf Transparenz kommt es an

Seriöse Schlüsselnotdienste führen die zu erwarteten Kosten transparent auf. Bereits bei der Buchung des Auftrags sollten Sie detailliert erfahren, welche Kosten auf Sie zukommen. Dank Smartphones und Internet ist das heutzutage auch aus dem Treppenhaus oder vor der verschlossenen Haustür aus möglich. Kostenfallen verstecken sich bei zweifelhaften Schlüsseldiensten oft im Kleingedruckten. Bei der telefonischen Auftragserteilung ist den Angaben des Sachbearbeiters zu vertrauen. Lassen Sie sich keinesfalls zwischen Tür und Angel überrumpeln. Die Taktik von unseriösen Dienstleistern besteht darin, die sich in Notlagen befindenden Verbraucher durch überflüssige Zusatzleistungen auszunutzen.

In gewissen Fällen zahlt die Versicherung

Im Idealfall zahlt die Versicherung den Schlüsselnotdienst. Leider lässt sich nicht abwägen, ob sie auch für die Gesamtkosten aufkommt. Hausratversicherungen übernehmen die Gebühren häufig nur dann, wenn Schlüssel gestohlen wurden. Sofern die Möglichkeit besteht, sollten Sie sich vor dem Besuch des Schlüsseldienstes mit Ihrer Versicherung kurzschliessen. So lässt sich schnell finanzielle Klarheit schaffen.